Ausstiegstipps für Fremdgeher |
 |
Rund 250.000 Österreicherinnen und Österreicher haben es getan. Manche bereuen es. Die Rede ist vom Fremdgehen. Fremdgehen aber nicht im zwischenmenschlichen Sinn, sondern in Form von Krediten in Schweizer Franken oder Japanischen Yen. Diese betrugen 2008 rund 35 Milliarden Euro, rund 70 Prozent der Fremdwährungskredite wurden für den Wohnbau verwendet. Die weltweite Währungskrise hat den Besitzern von Fremdwährungskrediten jetzt einen Strich durch die Rechnung gemacht. Denn die fremden Währungen sind gestiegen und vergeben werden Fremdwährungskredite nahezu nicht mehr.
Währungskurs beachten
Der Hauptgrund für die Aufnahme eines Fremdwährungskredites war primär die reduzierte monatliche Belastung. Diese betrug im Schnitt rund ein Drittel weniger als eine normale Eurorate. Will man jetzt von der Fremdwährung in einen Eurokredit wechseln, muss man mit einer rund 30 Prozent höheren Rate rechnen. Die Posojilnica-Bank Bleiburg/Pliberk rät in jedem Fall zum Gespräch mit dem Kundenbetreuer. Ganz entscheidend ist, zu welchem Währungskurs man ursprünglich eingestiegen ist, wie es derzeit aussieht und wie die Prognosen für die Währungsentwicklung aussehen.
Kursverluste bei Tilgunsträgern
Rund zwei Drittel aller Fremdwährungskredite in Österreich sind sogenannte "endfällige Tilgungsträgerkredite". Das bedeutet, während der Kreditlaufzeit werden lediglich die Zinsen bezahlt. Die Tilgung des Kredites erfolgt am Ende der Laufzeit durch die Ansparung in einen Tilgungsträger, zum Beispiel einer Versicherung. Durch die Finanzkrise haben vor allem kapitalmarktorientierte Tilgungsträger sehr gelitten und weisen in der Regel Kursverluste auf. Das muss beim Umstieg berücksichtigt werden. Ein Augenmerk solle man auch auf die derzeit niedrigen Eurozinsen legen. Ein perfekter Zeitpunkt um Fixzinssätze zum Beispiel für 5 Jahre auszumachen. Das gibt Sicherheit.
"Roll-over-Termine" beachten
Will man in den Euro wechseln, funktioniert das relativ unkompliziert. Es entstehen lediglich Kosten für die Währungskonvertierung und für die Änderung des Vertrages - diese sind im ursprünglichen Kreditvertrag genau angeführt. Derzeit sind Eurokredite um rund 0,5 Prozentpunkte teurer als Frankendarlehen. Dafür braucht man sich um Währungsschwankungen nicht mehr kümmern. Bei einer Umschichtung sind außerdem die sogenannten "roll-over-Termine" zu beachten. Das sind die Zinsanpassungszyklen - in der Regel 3 Monate. Eine Konvertierung ist ohne zusätzliche Kosten nur zu diesem Zeitpunkt möglich. Wichtig: Ist der nächste 'roll-over-Termin' zum Beispiel der 30. Juni, muss unbedingt 14 Tage davor der Auftrag für die Konvertierung schriftlich erteilt werden.
|
|
| Zurück |
|
|